DEFINITION: Was ist Elektrosmog?

ELEKTROSMOG - EIN BEKANNTES PROBLEM

Das Wort „Elektrosmog“ ist eine gebräuchliche Wortschöpfung aus „Elektro“- und „Smog“ und steht für elektromagnetische Strahlenbelastung. Das Problem ist seit den 50er Jahren in Bezug auf Radaranlagen bekannt. Eine Studie über einen mutmaßlichen Zusammenhang zwischen schweren Erkrankungen und der Nähe zu elektromagnetischen Feldern durch Hochspannungsleitungen geht auf das Jahr 1979 zurück.

TECHNOLOGISCHE ENTWICKLUNG

Die heutige Entwicklung des Telekommunikationssektors und der Elektro- und Technologiegeräte allgemein hat zweifellos zu einer starken Zunahme der Quellen der elektromagnetischen Strahlenbelastung geführt und bereitet der Bevölkerung große Sorgen.

Elektromagnetische Felder werden an und für sich nicht als schädlich eingestuft, weil es sie schon immer gegeben hat. Natürliche Quellen elektromagnetischer Felder und Strahlung sind auch die Sonne, Sterne, Gewitter; auch die Erde erzeugt ein Magnetfeld, und selbst Farben und Licht sind nichts anderes als elektromagnetische Strahlung.

Bedenken kommen heute im Hinblick auf künstliche elektromagnetische Felder auf, die in engem Zusammenhang mit der technologischen und wissenschaftlichen Entwicklung der Gesellschaft stehen. Der Fortschritt ist so rasant, dass unserem Körper keine Zeit bleibt, sich an die neue Lage anzupassen. Die derzeit verfügbare Technologie ist so innovativ, dass es nur wenige Studien hierüber gibt. Zwar nehmen die einschlägigen Forschungstätigkeiten zu, sie scheinen jedoch nur zu bestätigen, dass sich das instinktive Gefühl der Schädlichkeit bewahrheitet.

EINIGE DEFINITIONEN

ELEKTRISCHES FELD

Ein elektrisches Feld ist ein allgegenwärtiges Phänomen, wo immer eine elektrische Ladung vorhanden ist. Es wird im Wesentlichen durch die Potenzialdifferenz oder elektrische Spannung erzeugt. Seine Intensität wird in V/m (Volt pro Meter) gemessen. Ein elektrisches Feld kann auch vorhanden sein, wenn ein Gerät ausgeschaltet ist und kein Strom fließt. Eine Änderung des elektrischen Feldes erzeugt ein magnetisches Feld. Dieses kann relativ einfach abgeschirmt werden.

MAGNETISCHES FELD (ELEKTRISCH)

Magnetische Felder entstehen beim Fließen von Strom. Sie werden normalerweise in A/m (Ampere pro Meter) gemessen, häufiger aber auch mit einer Größe, die mit der magnetischen Flussdichte µT (Mikrotesla) verknüpft ist. Felder dieser Art sind schwer abzuschirmen.

ELEKTROMAGNETISCHES FELD

Ein elektromagnetisches Feld entsteht aus der Wechselwirkung eines elektrischen Feldes und eines magnetischen Feldes. Jede Variation eines elektrischen Feldes führt zu einer Variation des magnetischen Feldes und umgekehrt. Aus der Kombination beider Wirkungen entsteht die elektromagnetische Welle. Die Intensität dieser Felder wird in Watt pro Quadratmeter (W/m2) gemessen.

ELEKTROMAGNETISCHE STRAHLENBELASTUNG

Die elektromagnetische Welle ist eine Sinuswelle, die sich im Raum ausbreitet und Energie transportiert, hierzu jedoch keines Mediums bedarf. Bei jeder Beschleunigung eines geladenen Teilchens durch eine beliebige Kraft wird eine elektromagnetische Welle ausgesendet. Da Elektronen tausendmal leichter als Protonen sind, werden sie viel leichter beschleunigt und erzeugen Strahlung.

Bei einer gleichförmigen Bewegung des Elektrons wird auch dessen elektrisches Feld (und magnetisches Feld) bewegt, wobei keine Strahlung abgegeben wird. Bei einer plötzlichen Abbremsung schwingt das elektromagnetische Feld jedoch und setzt seinen Weg als Welle fort.

Elektromagnetische Strahlung kann in zwei Makrokategorien unterteilt werden.

IONISIERENDE STRAHLUNG

Es handelt sich um elektromagnetische Strahlung mit genügend Energie, um Elektronen aus Atomen herauszulösen (zu ionisieren). Die transportierte Energie modifiziert die durchquerte Materie und bricht die Bindungen auf, welche die Moleküle zusammenhalten. Einige Beispiele für ionisierende Strahlen sind Gammastrahlen, die von radioaktiven Materialien oder kosmischen Materialien emittiert werden, oder Röntgenstrahlen, die in der medizinischen Diagnostik und in Sicherheitssystemen verwendet werden.

NICHTIONISIERENDE STRAHLUNG

Es handelt sich um niederfrequente elektromagnetische Strahlung (z.B. sichtbares Licht, Radiowellen), deren Energie nicht ausreicht, um Materie direkt zu verändern. Sie werden in der Regel durch künstliche Quellen erzeugt, wie z.B. Mobiltelefonanlagen, Hochspannungsleitungen, Funkgeräte, Haushaltsgeräte, WLAN-Netzwerke, schnurlose Telefone, Handys, aber auch Tablets, PCs und Spielkonsolen. Solche Strahlungen oszillieren im Laufe der Zeit. Ihre Frequenzen variieren von extrem niederfrequent wie bei Stromversorgungssystemen bis hin zu mittelfrequent wie im Falle der PC-Bildschirme und Fernseher oder hochfrequent wie bei der Übertragung großer Datenmengen (z.B. Mobiltelefone, Radar usw.).

Über die Grenze zwischen ionisierender und nichtionisierender Strahlung wird viel diskutiert. Derzeit kann behauptet werden, dass das Spektrum der ionisierenden Strahlung bei den hochfrequenten ultravioletten Strahlen beginnt, die mit einer um rund 1015 Hz höheren Frequenz (knapp oberhalb des sichtbaren Lichts und der Infrarotstrahlen) als UV-A- und UV-B-Strahlen bekannt sind.

Die beiden Hauptmerkmale eines elektromagnetischen Feldes sind:

• die Wellenfrequenz, die in Hz, KHz, GHz, THz usw. gemessen wird (1 Hz entspricht einer Schwingung pro Sekunde),

• die Wellenlänge, die den Abstand zwischen zwei benachbarten Wellenbergen oder zwischen zwei benachbarten Tiefpunkten der gleichen Phase der Wellenform darstellt,

• die Amplitude der Welle, welche die Intensität und im Wesentlichen die transportierte Energie darstellt.

Stellt man sich elektromagnetische Wellen als eine Reihe von Wellen vor, die sich im Vakuum mit Lichtgeschwindigkeit bewegen, beschreibt die Frequenz die Anzahl der Schwingungen, während die Wellenlänge den Abstand zwischen einer Welle und der nächsten und die Amplitude die transportierte Energie kennzeichnen.

Das Verhältnis zwischen den Parametern ist klar: Je höher die Frequenz, desto kürzer die Wellenlänge.

Die Quanten, das heißt die von den elektromagnetischen Wellen transportierten Energieteilchen, besitzen bei gleichen Bedingungen umso mehr Energie, je höher ihre Frequenz ist, also je niedriger ihre Wellenlänge ist.

Elektromagnetische Strahlung von Umweltinteresse wird üblicherweise unterteilt in:

• niederfrequente Strahlung (ELF), mit einer Frequenz von 50 Hz

• radiofrequente Strahlung (RF), mit einer Frequenz zwischen 100 kHz und 300 GHz

Die beiden Gruppen elektromagnetischer Wellen interagieren unterschiedlich mit lebenden Organismen.

Somit sind auch die von ihnen verursachten potenziellen Schäden unterschiedlich und erfordern unterschiedliche Gesundheitsschutzmaßnahmen. Magnetische und niederfrequente (ELF) Felder induzieren Ströme im menschlichen Körper; hochfrequente (RF) Felder geben Energie in Form von Wärmebelastung an das Gewebe ab.

GRENZWERTE FÜR DIE EXPOSITION GEGENÜBER ELEKTROMAGNETISCHEN FELDERN

In Italien liegt der gesetzliche Grenzwert für elektromagnetische Felder für Aufenthalte über 4 Stunden bei 6 V/m bezogen auf die elektrische Feldstärke und 100 mW/m2 bezogen auf die Leistungsdichte. Die Verordnung ist komplex: Sie sieht Expositionsgrenzwerte vor, die auf vorgegebenen Messkriterien, Schwellenwerten für sensible Zonen und Qualitätszielen für verschiedene Kontexte (z. B. Arbeitsplätze, Wohngebiete usw.) basieren.

Jedes europäische Land gibt andere Grenzwerte und Regeln vor.

Dabei zielen sowohl die italienischen als auch internationalen Grenzwerte darauf ab, einen Anstieg der Körpertemperatur der exponierten Personen von über 1 Grad Celsius zu vermeiden.

NICHT-THERMISCHE Wirkungen (d.h. biologische Wirkungen) werden dabei überhaupt nicht berücksichtigt!

ELEKTROSMOG-QUELLEN

Es folgen einige Beispiele für Elektrosmog-Quellen, denen wir täglich ausgesetzt sind. Dabei handelt es sich immer um nichtionisierende elektromagnetische Felder (siehe oben).

Telefon-Antennen
Haartrockner
Autos
Babyfon
Bluetooth
Umspannkabinen
Stromkabel
Videospiel-Konsolen
Handys
Computer
Heizdecken
Bluetooth-Kopfhörer
Niederspannungsleitungen
Laptops, Notebooks
Eisenbahnlinien
Mikrowellen
Bildschirme
Induktionskochfelder
Powerline Communication (PLC)
Steckdosenleisten
Radaranlagen
Funkstationen (Amateurfunk)
Tablets
Bluetooth-Technologie
Schnurlose Telefone
Fernseher
Transformatoren
WLAN
WiMAX

Wie bereits erwähnt, muss jede Elektrosmog-Quelle einzeln analysiert werden, da die Wechselwirkungen mit Lebewesen in Abhängigkeit der elektrischen, magnetischen oder elektromagnetischen Felder unterschiedlich ausfallen. Bevor die Maßnahmen zur Risikoverringerung ermittelt werden können, müssen das spezifische Risiko und das Hauptrisiko jeder Quelle, die wirkende Energie und die Expositionszeit untersucht werden. Es bieten sich vielfältige Möglichkeiten: Austausch des Altgerätes durch ein neues, Verwendung traditioneller Kabel anstelle der Drahtlos-Technologie, Abschirmung der Umgebung oder des Geräts, Installation von Ad-hoc-Vorrichtungen oder einfach Distanzierung.

Unter den verschiedenen Vorrichtungen weisen wir auf den getesteten und zertifizierten „G-Sticker“ hin, der zur Verringerung des Expositionsrisikos durch einige der vorgenannten Geräte wie Telefone, PCs, Tablets, Konsolen etc. entwickelt wurde.

NEUE 5G-TECHNOLOGIE

Die neue 5G-Technologie (Mobilfunk der 5. Generation) wird neue Szenarien bei der Exposition der Bevölkerung gegenüber elektromagnetischer Strahlenbelastung eröffnen. Besagte Systeme arbeiten im Unterschied zu den derzeit genutzten Systemen (800 MHz bis 2,6 GHz) in den Frequenzbändern 694-790 MHz, 3,6-3,8 GHz und 26,5-27,5 GHz.

Das attraktivste Merkmal der neuen Technologie ist die Geschwindigkeit und Einfachheit des Datenverkehrs: Nicht umsonst spricht man vom „Internet der Dinge“. Wellen im höchsten Bereich können Materie nicht durchdringen und können selbst durch kleine Hindernisse (z.B. Regen oder Blätter) blockiert werden. So wird es notwendig sein, viel mehr Antennen/Repeater (Innen- und Außenmikrozellen) als bisher (Makrozellen) zu installieren. Diese unkontrollierte Verbreitung von Antennen ist wahrscheinlich die größte Sorge der Anwender.

Zur Verteidigung der 5G-Technologie wird oft argumentiert, dass aufgrund der geringen Entfernung der Antennenpositionen keine großen Leistungen erforderlich seien und die Wellen aufgrund der Charakteristik des Signals die inneren Organe nicht erreichen würden, da sie von der Haut absorbiert würden.

Dagegen sprechen jedoch wissenschaftliche Hypothesen und Beweise. Bereits Tausende von klinischen Studien über die schwerwiegenden schädlichen Auswirkungen der Exposition gegenüber den aktuell verwendeten Funkfrequenzen (bis zu 4G), sogar an Tieren und Pflanzen, und immer mehr Gerichtsurteile stellen den kausalen Zusammenhang zwischen Krebs und Elektrosensibilität fest.

Im Folgenden und immer in der Absicht, den Leser zu informieren und nicht zu falschem Alarmismus zu verleiten, werden die Evidenzen der möglichen Langzeiteffekte der Funkfrequenzen angeführt. Sie sind im von 170 Wissenschaftlern, Ärzten und Umweltorganisationen aus aller Welt unterzeichneten Appell zusammengefasst, welcher im Wesentlichen die Institutionen der UNO, der WHO und der EU auffordert, die Entwicklung der 5G-Technologie auch im Weltraum zu stoppen und auf den Nachweis der Gesundheitsrisiken für die Bürger zu warten. (Link für weitere Details: www.5gspaceappeal.org):

• Erstens: Die Tatsache, dass die Wellen den Körper nicht durchdringen können, bedeutet nicht, dass sie nicht schädlich sind. Man denke an die Schäden, die durch die ultraviolette Strahlung der Sonne verursacht werden, die das Hautkrebsrisiko erhöht und aus diesem Grund von der IARC als „krebserregend für den Menschen“ eingestuft wurde.

• Zweitens: Im besagten Appell postulieren die Wissenschaftler, dass „die elektrisch leitfähigen Strukturen des menschlichen Körpers strahlungsinduzierte Ströme im Inneren des Körpers transportieren können. Dieselben sich bewegenden Ladungen können aber zu kleinen Antennen werden, welche das elektromagnetische Feld bis in die tiefsten Schichten des Körpers verstärken“. Deshalb scheint die Behauptung, dass die 5G-Mikrowellen an der Dermis Halt machen, eher eine restriktive Sichtweise zu sein.

• Und ... o erhöhtes karzinogenes Risiko; o zellulärer Stress; o genetische Schäden; o strukturelle und funktionelle Veränderungen im Fortpflanzungssystem; o neurologische Störungen

• Lern- und Gedächtnisdefizite

• hormonelle Veränderungen

• Symptome spezifischer Elektrosensibilität