Effekte vom Elektrosmog auf den Menschen

MÖGLICHE WIRKUNGEN BEI LÄNGERER EXPOSITION GEGENÜBER NIEDER- UND HOCHFREQUENTEN ELEKTRISCHEN, MAGNETISCHEN UND ELEKTROMAGNETISCHEN FELDERN

GEFÄHRLICHKEIT DES ELEKTROSMOGS - EINFÜHRUNG

Hierzu könnten Hunderte von Studien aufgelistet werden. Um die Neugier des Lesers zu wecken, werden jedoch nur einige davon genannt. Die Eingabe einiger Schlüsselwörter in die Suchmaschinen genügt, um Informationen einzuholen, eigene Betrachtungen anzustellen und eigene Schlussfolgerungen zu ziehen.

Es ist einhellig anerkannt, dass die Langzeitexposition gegenüber energie- und leistungsintensiven elektrischen, magnetischen oder elektromagnetischen Feldern Störungen und/oder auch schwerwiegende Pathologien verursachen kann. Die heftigen Debatten über eine eventuelle Schädlichkeit betreffen die elektromagnetischen Wellen bei sehr geringer Leistung (z.B. Mobiltelefone, Wi-Fi). Die Effekte sind schwierig zu bemessen, weil sie im Grund erst nach vielen Jahren auftreten. So lassen sich direkte Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge nur schwer nachweisen und dokumentieren. Epidemiologische Untersuchungen umfassen in der Regel sowohl subjektive Symptome wie Kopfschmerzen, Reizbarkeit, Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Schlaflosigkeit u.a. als auch schwere objektive Krankheiten wie Tumore oder degenerative Erkrankungen.

In der Regel ist nicht das elektronische Gerät selbst schädlich oder gefährlich, sondern der Gebrauch, der von ihm gemacht wird. In den Bedienungsanleitungen der verschiedenen Geräte wird oft daran erinnert, wie man die Technologie richtig und ungefährlich einsetzt.

Es ist ratsam, nach Möglichkeit Kabelverbindungen anstelle der zweifellos bequemeren Wireless-Technologie zu verwenden. Sollte dies nicht möglich und/oder ausreichend sein, bietet der heutige Markt zum Schutz vor Elektrosmog zahlreiche Abschirmungslösungen (Abschirmlacke, Abschirmvorhänge und Abschirmnetze, abschirmende Steckdosenleisten oder Kabel usw.).

FÜR JEDEN ANDERS

Die Auswirkungen sind je nach Alter unterschiedlich. Die Effekte der elektromagnetischen Strahlenbelastung sind bei Langzeitexposition gravierender, und Kinder stehen sicherlich vor längeren Gesamtexpositionszeiten. Außerdem absorbieren Kinder aufgrund der Zusammensetzung ihres Körpers mehr Strahlung als Erwachsene.

• Cell Phone Risks Cited in Studies: Three Groups find Danger of Tumors, N. McVicar, South Florida Sun-Sentinel, 02-01-05

Berücksichtigt man ihre Wachstumsphase (zelluläre Replikation) und ihre Lebenserwartung, ist es denkbar, dass sie auch einen Multiplikationseffekt durch eventuell erlittene Schäden erleiden.

Die Zerstörung von neuronalen Zellen ab der frühen Kindheit annulliert eine „Hirnreserve“, die im Alter das Absterben von Nervenzellen durch mögliche degenerative Erkrankungen kompensieren könnte.

• Neuropathology in Aging, D. G. Davis et al, University of Kentucky Medical Center, report presented at the Second Kuopio Alzheimer Symposium, Kuopio, Finland, January 2001

WHO-KLASSIFIZIERUNG

• Niederfrequente elektromagnetische Felder werden von der WHO als „möglicherweise krebserregend für den Menschen" (Gruppe 2B) eingestuft.

• Seit Mai 2011 werden auch hochfrequente elektromagnetische Felder, ähnlich wie niederfrequente elektromagnetische Felder, von der WHO als „möglicherweise krebserregend für den Menschen“ (Klasse 2B) klassifiziert.

SICHERHEIT AM ARBEITSPLATZ – EIN VERWEIS

Auf das Risiko der Exposition gegenüber elektromagnetischen Feldern wurde bereits im Einheitstext zur Arbeitssicherheit, dem gesetzesvertretenden Dekret 81/08 im Abschnitt IV (Titel VIII) „Schutz der Arbeitnehmer vor den Risiken der Exposition gegenüber elektromagnetischen Feldern“ hingewiesen. Das neue gesetzesvertretende Dekret Nr. 159 vom 1. August 2016, das an die Europäischen Richtlinie 2013/35/EU angepasst wurde, sieht die Bewertung der Gefährdung durch elektromagnetische Felder vor, um die Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmer vor deren schädlichen Auswirkungen zu schützen. Die zu überwachenden Werte betreffen direkt messbare Größen wie:

• die elektrische Feldstärke (E);

• die magnetische Feldstärke (H);

• die magnetische Flussdichte (B);

• die Leistungsdichte (S).

Weil die Gefährlichkeit dieser Felder bestätigt ist, hat der Arbeitgeber geeignete Präventions- und Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Natürlich muss die Gefährdung auf der Grundlage der Expositionszeit bewertet und gewichtet werden.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Berlin) stellte 1998 fest, dass es keinen Zweifel gibt, dass elektromagnetische Wellen (von Mobiltelefonen), bei denen keine thermischen Effekte auftreten, immer noch eine biologische Wirkung haben.

SCHÄDLICHKEIT - STUDIEN

Es gibt inzwischen zahlreiche Studien, die eine Korrelation zwischen Elektrosmog und verschiedenen reversiblen oder irreversiblen Störungen oder Pathologien nachgewiesen haben. Von grundlegender Bedeutung ist es jedoch, angemessen zwischen den verschiedenen Elektrosmog-Quellen (elektrische Felder, magnetische Felder, niederfrequente elektromagnetische Wellen, hochfrequente elektromagnetische Wellen) zu unterscheiden; ebenfalls grundlegend ist es, die wirkenden Leistungen und Expositionszeiten richtig zu bewerten.

Die Evidenz, dass die bereits genutzte radiofrequente Strahlung (RFR) (z.B. 2G, 3G, 4G, LTE) für lebende Organismen schädlich ist, ist unbezweifelbar. Die Internationale Agentur für Krebsforschung ist zum Schluss gekommen, dass im Frequenzbereich von 30 kHz bis 300 GHz mögliche karzinogene Wirkungen für den Menschen gegeben sind. Epidemiologische Studien und neuere experimentelle Nachweise des amerikanischen National Toxicology Program und des Istituto Ramazzini von Bologna (gleichzeitig und unabhängig durchgeführte Studien) haben die Korrelation zwischen RFR und seltenen Arten von Nervenzelltumoren bei Versuchstieren (bösartige Hirn- und Schwann-Zell-Tumoren oder maligne Neurinome) aufgezeigt. Dabei handelt es sich um Tumoren derselben Art, wie sie in maßgeblichen epidemiologischen Studien beim Menschen beobachtet wurden, welche die Richter von Ivrea dazu veranlassten, die berufliche Ursache für das Akustikusneurinom des Telekom-Mitarbeiters anzuerkennen (nächster Absatz).

Die verfügbaren Studien weisen insgesamt auf ein scheinbar niedriges Karzinogenitätsrisiko hin. Dies sind jedoch nicht die einzigen Effekte, die von Forschern weltweit nachgewiesen werden. Besonders erwähnen möchten wir die Studien von Prof. Martin L. Pall, Emeritus der Biochemie und der medizinischen Grundlagenwissenschaften an der Washington State University und einer der maßgeblichen Gelehrten über die biologischen Auswirkungen von Radiofrequenzen in der Welt. Sie zeigen eindeutig, dass nichtionisierende Strahlung imstande ist, wie ionisierende Strahlung (nur indirekt) die DNA von Menschen, Tieren und Pflanzen zu schädigen.

EIN WENDEPUNKT

Ein Urteil im Jahr 2017 markierte einen sehr wichtigen Wendepunkt in der Anerkennung der Gefährlichkeit elektromagnetischer Wellen. Im Zuge einer zwecks Zuerkennung der Berufskrankheitsrente eingereichten Klage erkannten die Richter den kausalen Zusammenhang zwischen der anhaltenden Nutzung von Mobiltelefonen und einer bestimmten Form von Akustikusneurinom an. Der Aussage des Klägers zufolge wurde die Krankheit aufgrund der Benutzung des Mobiltelefons über einen Zeitraum von etwa 15 Jahren zwischen 2 und 7 Stunden pro Tag aus beruflichen Gründen verursacht; er forderte die Einstufung der Krankheit als Berufskrankheit. Das Gericht Turin gab ihm Recht, und das Urteil wurde kürzlich auch in zweiter Instanz bestätigt. Das Gericht präzisierte, dass es zum Zeitpunkt des Sachverhalts „keine Geräte gab, um den direkten Kontakt des Mobiltelefons mit dem Gesicht zu vermeiden, wie etwa Kopf- oder Ohrhörer“. Im Gegensatz dazu steht die These des Istituto Superiore di Sanità, das im Sommer 2019 einen neuen Bericht veröffentlicht hat, in dem es feststellte, dass: „es auf der Grundlage der aktuellen epidemiologischen Erkenntnisse zwischen der Benutzung von Mobiltelefonen und dem Auftreten von Neoplasien in Gebieten, die bei Sprachanrufen den Funkfrequenzen am stärksten ausgesetzt sind, keinen Zusammenhang gibt.“

DIE AUSWIRKUNGEN

Einige der Auswirkungen von Elektrosmog werden in der Folge zusammengefasst:

Wichtiger Hinweis: Die Effekte müssen stets nach Elektrosmog-Quellen unterschieden werden. Außerdem müssen sie auf der Grundlage der wirkenden Energien und Leistungen sowie nach der Expositionszeit bemessen werden.

WIRKUNGEN - INTRAZELLULÄRE KOMMUNIKATION

Die Kommunikation zwischen den Zellen des menschlichen Organismus erfolgt im Wesentlichen durch subtile elektromagnetische Signale und chemische Reaktionen. Elektromagnetische Wellen können diese Kommunikationswege verzerren. Dadurch entsteht biologischer Stress, der zu Anomalien im Zellstoffwechsel sowie zur Verhärtung der Zellmembranen führt und den Austausch von eingehenden Nährstoffen und ausgehenden Toxinen verlangsamt.

SCHWÄCHUNG DES IMMUNSYSTEMS

Jede Stresssituation führt zu einer Schwächung des Immunsystems. Dies gilt auch für Elektrosmog, der jedoch in jedem Fall eine „Belastung“ für den Körper ist.

UNTERDRÜCKUNG DER MELATONINPRODUKTION

Elektrische und magnetische Felder hemmen die Produktion von Melatonin in der Zirbeldrüse.

Melatonin ist das Hormon, das unsere biologische Uhr steuert und den zirkadianen Rhythmus und den Schlaf reguliert. Melatoninmangel kann nicht nur Schlaflosigkeit bewirken, sondern auch Folgen für die Psyche, den Blutdruck, den Cortisolspiegel usw. haben.

DIE BLUT-HIRN-SCHRANKE

Eine am 15.09.1999 in der schwedischen Zeitung „Svenksa Dagblated“ veröffentlichte zehnjährige Studie dokumentierte, dass elektromagnetische Wellen in der Lage sind, die so genannte Blut-Hirn-Schranke zu öffnen oder zu verdünnen, die es dem Gehirn ermöglicht, sich gegen toxische Elemente (z.B. Albumin und Metalle) abzuschirmen, welche langfristig irreversible Schäden verursachen können.

Eine massive Zunahme neurodegenerativer Erkrankungen wie Alzheimer bei Menschen mittleren Alters, die seit Jahren elektromagnetischen Wellen ausgesetzt sind, kann nicht ausgeschlossen werden.

• (Effects of Electromagnetic Fields From Wireless Communication upon the Blood-Brain BarrierLeif G. Salford, MD, PhDSenior Professor Departmentof NeurosurgeryLund UniversityHenrietta Nittby, MD, PhDDepartment of Neurosurgery Lund University HospitalBertil R. R. Persson PhD, MD h.c. Prof. em. Department of Medical Radiation Physics Lund University Prepared for the BioInitiative Working GroupSeptember 2012).

TUMORE UND ZELLSCHÄDEN DER DNA

Inzwischen gibt es zahlreiche Studien, die eine Korrelation zwischen einigen Elektrosmog-Quellen und einigen Tumorarten nachgewiesen haben. Die Studien betreffen sowohl die Exposition gegenüber elektrischen, magnetischen, niederfrequenten als auch hochfrequenten elektromagnetischen Feldern. Für Informationen hierzu genügt es, Schlüsselwörter zu diesem Thema in eine Suchmaschine einzugeben.

HERSTELLUNG VON MIKRONUKLEI

Mikronuklei sind eine zytologische Anomalie, sie sind im Grunde gebrochene DNA-Stränge. Ihr Vorhandensein und ihre Anzahl werden als Parameter zur Beurteilung von Chromosomenschäden durch Mutagene herangezogen, weil sie darauf hinweisen, dass Zellen nicht mehr in der Lage sind, sich selbst richtig zu reparieren. Es wird angenommen, dass die Exposition gegenüber Elektrosmog die Präsenz von Mutagenen erhöhen könnte.

• Thomas Schönemann, Höhere Tumorraten durch elektromagnetische Felder, Krebs-Nachrichten, 6. März 2015. URL vom 17. März 2015.

APOPTOSE UND ZELLTOD - ANSTIEG DES INTRAZELLULÄREN KALZIUMS

Die Apoptose ist eine Form des programmierten Zelltods. Zellen mit Schäden oder Anomalien starten unter normalen Bedingungen eine Art Selbstzerstörungsprogramm, um den gesamten Organismus zu schützen. Hohe Dosen elektromagnetischer Strahlung im Hochfrequenzspektrum setzen übermäßige Dosen von Kalzium (Ca2) durch den Fluss von Kalziumionen frei, was eine Veränderung der Homöostase bewirkt. Übermäßiges Vorhandensein von Kalziumionen in der intrazellulären Flüssigkeit ermöglicht den zum Tod bestimmten Zellen den Zugang zu wertvollen Ressourcen und unterbricht deren Selbstzerstörung (Balcer-Kubiczek, 1995). Diese Zellen bleiben also im Kreislauf und gefährden den gesamten Organismus. Ein weiterer Effekt ist die Destabilisierung der Zellmembran (Adey und Bawin, 1978).

OXIDATIVER STRESS UND ZUNAHME FREIER RADIKALE

Wird ein elektromagnetisches Feld an In-vitro-Zellen mit der Intensität gleich der Ausstrahlung eines an einem Tag durchschnittlich genutzten Mobiltelefons angewandt, ergibt sich eine Zunahme des Kalziumgehalts in der Zelle um das Millionenfache. Die Auswirkungen dieser ionischen Dekompensation sind die Produktion von Stickstoffmonoxid und Hyperoxid, die unter Bildung von Peroxinitrit (ONOO-) reagieren, einem besonders instabilen Molekül, das sich an Zellstrukturen bindet, wodurch Schäden verursacht werden, die unser Körper ständig reparieren muss.

SCHILDDRÜSE

Mikrowellen bewirken, dass die Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) die Produktion des schilddrüsenstimulierenden Hormons (TSH) verlangsamt oder stoppt. Dies führt zu einer drastischen Reduktion der Schilddrüsen-Hormone T4 und T3 („Effects of 900 MHz electromagnetic field on TSH and thyroid hormones in rats,“ Koyu A. et al, 2005 July 4).

TINNITUS ODER OHRENSAUSEN

Personen, die in erheblichem Maße Mobiltelefone benutzen, haben ein um 37 % höheres Tinnitusrisiko. Dieser Prozentsatz steigt bei Personen, die mehr als 10 Minuten am Tag telefonieren, auf 71 % an.

• Studie von Michael Kundi vom Institut für Psychologische Grundlagenforschung der Universität Wien.

TEMPERATURANSTIEG

Die sogenannten hochfrequenten elektromagnetischen Wellen verursachen, obwohl sie nicht ionisierend sind, einen Temperaturanstieg in den biologischen Geweben, die sie durchqueren, insbesondere in solchen mit mehr Wasser. Bei Kindern ist diese Wirkung (bezogen auf das Mobiltelefon) aufgrund der anderen Zusammensetzung ihres Gehirns unmittelbarer. Je niedriger die Frequenz, desto geringer ist die Wirkung der Penetration und Absorption im Gewebe.

Denken wir an die Mikrowellen in der Küche, um Lebensmittel schnell zu erwärmen.

WEITERE AUSWIRKUNGEN...

• verringerte männliche und weibliche Fruchtbarkeit,
• Zunahme der Fehlgeburten,
• Abbau von Hormonen wie Östrogen, Progesteron und Testosteron,
• verminderte Libido;
• neurologische und neuropsychiatrische Schäden;
• zelluläre Oxygenierung und Polarisierung von Membranen;
• karzinogene Wirkung auf das Gehirn, die Speicheldrüsen, den Hörnerv.